In den Comunidades Campesinas, den Landgemeinden im Apostolischen Vikariat Quillabamba, versammeln sich selten mehr als 30 Menschen. In dieser Größe lässt sich nicht nur zu den Leuten sprechen, sondern mit ihnen. Ich predige seit dreißig Jahren und habe hier erst gelernt, dass eine Predigt ein Gespräch sein kann.
Am Hochfest des heiligen Martin de Porres habe ich über das Bild des Jochs gepredigt („Mein Joch ist leicht“). Viele Menschen kannten das Wort nicht. Also habe ich erklärt und vorgemacht: Zieht nur ein Ochse, geht er im Kreis. Ein Joch braucht zwei, und das erfahrene Tier nimmt Rücksicht auf das schwächere. So trägt Christus unsere Last mit. Am Abend knüpfte ich an das Gebet einer älteren Frau für ihre kranke Mutter an. Die Gemeinde war ganz dabei.
Dabei unterscheide ich zwischen Scheindialog („Wen feiern wir heute?“ – „Martin de Porres!“) und echter Frage: Was denkt ihr, was fühlt ihr? Diese zweite Art gelingt nicht immer, aber wenn sie gelingt, sieht man es den Gesichtern an. Dazu gehört, die eigenen Fragen nicht zu verbergen und die eigene Sicht als Erfahrung zu kennzeichnen, nicht als Lehrsatz. Das ist hier ungewohnt, und es ist eine Stärke, keine Schwäche.
Mein Spanisch ist begrenzt, und manche Aussage misslingt. Die Gemeinden sind darin barmherzig. Ich lerne viel, und es lässt mich staunen.




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